Mur mit dem Kanu

Kanuwanderfahrt vom 11. – 14. Juni 2020 in der Steiermark

Die Strecke zwischen Murau und Judenburg darf man, ohne Übertreibung, zu den lohnendsten Bootswanderungen der Steiermark zählen. Wählt man die Einbootstelle unterhalb der Staumauer in Murau so folgt auf der gesamten Strecke bis Judenau, das sind immerhin nahezu 50 km, nur ein einziges künstliches Hindernis: Das riesige Stauwehr von Unzmarkt. Die wirklich liebliche Landschaft links und rechts des Flusses machen die Befahrung zu einem absolut lohnenden Abenteuer. Grundkenntnisse des Kanuwanderns sind aber unerlässlich.

Mona und Sabine im „roten Boot“.
(Bild zum verg. anklicken)

1. Etappe:
Start: Unterhalb der gewaltigen Staumauer von Murau
Ausstieg: Freizeit- und Badeanlage in Lind (Scheifling) in unmittelbarer Nähe der Haltestelle der Murtalbahn.
Entfernung: Ca. 20 km ohne technische Hindernisse.

2. Etappe:
Start:
Lind (siehe Ausbootstelle 1. Etappe)
Ausstieg: Pöls (in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof).

Entfernung: ca. 15 km. Das Wehr in  Unzmarkt muss umtragen werden. Der Ausstieg befindet sich knapp vor dem Wehr am linken (nicht wie im DKV-Führer angegeben rechten) Ufer. Man halte sich, sobald das Wehr sichtbar wird, am linken Ufer! Ein Bootswagen ist hilfreich aber nicht unbedingt erforderlich.

Übernachtung: Unterwegs keine; Standquartier Campingplatz Teufenbach.

Teilnehmer: Birgit, Mona, Sabine, Ossi H., Mara unser Hund.

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Flüsse sind Wege die selber laufen – vorausgesetzt man versteht die Gesetzmäßigkeit des fließenden Elements.

11. Juni 2020:
Sehr groß und immer noch größer wurden die Augen von Sabine und Mona als sie das Boot sahen, indem sie als Mutter-Tochter-Team in den kommenden Tagen die Mur erkunden sollten. Vermutlich empfanden sie es als riesiges rotes Ungetüm! Rasch war für die ersten Paddelschläge, weder Sabine, noch Mona hatten auch nur den Hauch paddlerischer Kenntnisse, ein geeigneter Übungsplatz gefunden: Ein ruhiger See im Bereich des Stauwerkes Murau. Eine gewisse Schwierigkeit bestand allerdings darin diesen Platz zu erreichen. Das rechte Ufer war sehr steil und wäre wohl erst nach mühsamen Rodungsarbeiten begehbar gewesen. Es musste also erst einmal der ziemlich rasch fließende Teil der Mur, der vom See durch eine Steinbarriere abgetrennt wird, überlistet werden. Birgit gelang das in überzeugender Weise.

Die Theorie, wonach aller Anfang schwer sein muss, widerlegten Sabine und Mona auf eindrucksvolle Weise. Mona übernahm nach den ersten Paddelschlägen ganz rasch das Kommando auf dem Boot, trickste und zauberte mit den soeben erlernten Steuerschlägen während Sabine, mit reiner Muskelkraft und Paddel, für die erforderliche Geschwindigkeit sorgte. Dem Start einer ungemein angenehmen Murbefahrung von Murau bis Scheifling und in einer zweiten Etappe von Scheifling bis Pöls stand nichts mehr im Wege. Übernachtet wurde auf dem, parkähnlichen sehr freundlichen, Campingplatz in Teufenbach.

12. Juni 2020:
Herrlicher, beinahe sommerlich anmutender Sonnenschein begleitete uns beim Abladen der Boote in Murau. In Windeseile – Sabine und Mona arbeiteten beinahe mit der Routine der alten kanadischen Voyageure (so nannte man jene Personen, weitgehend französischer Abstammung, die in Nordamerika vor Jahrhunderten mit ihren Kanus Transportaufgaben im Pelzhandel übernahmen) waren die Boote im Wasser und die Fahrt auf der zügig fließenden Mur begann. Natürlich fehlte im Boot von Birgit und Ossi auch deren Hund Mara nicht. Mara und Mona haben einander ab dem ersten Augenblick ins Herz geschlossen und waren für vier Tage beinahe unzertrennlich. Flussbiegung folgte auf Flussbiegung, dort und da zeigte die Mur schon auch einmal die Zähne. Auch wenn es sich um eher kleine Zähnchen handelte stellten sie für Newcomer doch eine Herausforderung dar. Wirkliche Probleme bereitete der Fluss den Damen im roten Kanadier allerdings nicht. Geschickt und mit viel Gefühl manövrierten sie das Boot durch die Wellen.

Mit der sehr nostalgisch anmutenden Murtalbahn ging es vom heutigen Ziel zurück zum Start und danach weiter nach Teufenbach.

13. Juni 2020:
Auch heute begrüßte uns wunderbarer Sonnenschein. Eine gewisse Schwierigkeit bestand allerdings darin einen geeigneten Zielort zu finden. Birgit entwickelte dabei eine wahrhaft pfadfinderische Spitzfindigkeit sodass wir – so viel sei jetzt vorweggenommen – die Boote an der Ausstiegsstelle in Pöls nur aus dem Wasser heben mussten und sie direkt auf das Autodach verladen konnten, was bei den großen Booten ein gehöriges Maß an Frauenpower erforderte. Zur Abrundung der mittäglichen Pause gab‘s in einem gemütlichen Gasthaus in Unzmarkt Kaffee und Kuchen und eine angeregte Unterhaltung mit einheimischen Gästen.

14. Juni 2020:
Sabine und Mona mussten heute den Rückweg nach Tirol antreten. Den Vormittag nutzten wir um der, im Besitz der Familien Schwarzenberg (einem alten deutsch-österreichisch-tschechischen Adelsgeschlecht) befindliche Burgruine Katsch unsere Aufwartung zu machen. Danach statteten wir noch dem Brauhaus in Murau einen Besuch ab. Dieser Besuch ist ob des köstlichen Biers und der hervorragenden Küche mehr als nur zu empfehlen.