Kanuwanderfahrt Mur

Wanderfahrt im Kanadier 11. – 14. Juni 2020

Die Mur hat leider ein ähnliches Schicksal erlitten wie zahlreiche andere Flüsse auch: Weite Teile wurden der Energiegewinnung (oder wohl doch eher der Gewinnmaximierung) geopfert. Trotzdem ist die Befahrung des Flusses mit Kanus zwischen Murau und Judenburg eine lohnende Sache, wird sie doch auf dieseer 50 km langen Strecke nur einmal durch ein Kraftwerk (in Unzmarkt) in ihrem Lauf behindert. Als Unterkunft wählten wir den parkähnlichen Campingplatz in Teufenbach.

Fahrstrecken: Murau – Scheifling (ca. 23 km), Scheifling – Thalheim (ca. 15 km)

Schwierigkeiten: Zamwahsser II – III

Teilnehmer: Birgit, Mona, Sabine, Ossi H., Mara unser Vereinshund

Mona und Sabine im knallroten Boot.
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11. Juni 2020 – Anreise und erste „Schritte“.

Der Kanadier, den Booten der Nordamerikanischen Indianer nachempfunden, war für Sabine und Mona neu. Es war also erforderlich erst einmal die Grundtechnik des Kanadierfahrens zu erlernen und auch etwas zu üben. Ein ruhiger fast seeartiger Abschnitt, gleich unmittelbar unterhalb der Kraftwerksanlage in Murau erschien uns dazu besonders geeignet. Einziges Hindernis: Der ziemlich flotte Kraftwerksabfluss musste zuerst überquert werden. Birgit meisterte diese Passage mit unseren Booten, Sabine und Mona und dann natürlich auch noch mit unserem Hund Mara in bestechender Weise. Es dauerte dann auch nicht lange und die beiden Damen beherrschten die wichtigsten Grundschläge (auch Kanadierfahren und die dazugehörigen Steuerschläge wollen geübt sein). Besonders Mona zeigt sich als wahres Naturtalent. Ob die wirklich noch nie in einem derartigen Boot unterwegs gewesen ist?

12. Juni 2020 – von Mura nach Scheifling

Unsere Boote hatten wir gestern im Bereich des Kraftwerkes deponiert, sodass dem Start zur ersten Flussetappe nichts mehr im Wege stand. Mit etwas gemischten Gefühlen und ziemlich erwartungsvoll steuerten wir die erste kleinen Schwälle und Wellen an. Mona und Sabine meisterten jede Stelle mit beachtlicher Sicherheit. Die anfängliche Spannung ließ merklich nach, das traumhafte Wetter leistete dazu auch noch einen wesentlichen Beitrag. Irgendwo auf halbem Weg haben wir dann auf einer ufernahen, frisch gemähten Wiese eine Mittagspause eingelegt. Im nahen Dorf fanden wir sogar eine Tankstelle die Kaffee angeboten hat. Viel zu schnell erreichten wir dann Lind, einen Ortsteil von Scheifling. Die Boote wurden wieder deponiert, die romantischen Murtalbahn brachte uns ratternd wir zurück an den Start.

13. Juni 2020 – von Scheifling nach Thalheim
Nach einer angenehmen Nacht am Campingplatz in Teufenbach – Sabine und Mona haben sich in einem der dort bereitstehenden Holzhäuschen eingemietet hieß es erst einmal eine geeignete Ausbootstelle für den heutigen Tag zu suchen. In Tahlheim, unweit von St. Peter ob Judenburg wurden wir dann auch fündig und parkten dort eines Unserer Autos für die Rückfahrt. Die Murs zeigte sich auch heute ganz friedlich und als wunderbarer Paddelfluss. Obschon das Murtal von einer stark befahrenen Straße und einer Bahnlinie (sie führt von Zeltweg nach Friesach in Kärnten und weiter bis Klagenfurt) und der kaum störenden kleinen Murtalbahn die von Unzmarkt bis in den salzburger Lungau führt, war es am Fluss relativ still. Sabine und Mona hielten sich auch heute tapfer und kamen ohne Kenterung ans Ziel.

14. Juni 2020 – Kulinarik und ein Ausflug in die Geschichte

In die Gegend von Murau zu kommen und das köstliche Murauer Bier nicht zu verkosten wäre, ohne Zweifel zumindest eine schwere Sünde. Um aber in, das Brauhaus angeschlossenen Restaurant auch den richtigen Appetit mitzubringen statteten wir bei einem kleinen Spaziergang zur Ruine Katsch (wie zahlreiche andere Burgen und Ruinen in dieser Gegend auch im Besitz der Familie Schwarzenberg). Sie ist leider in einem erbärmlichen Zustand und völlig dem Verfall preisgegeben.