Rennradtage in Friaul

Aut schmalen, ganz schmalen Reifen unterwegs auf Friauls Nebenstraßen vom 13. – 17. Okt. 2021

Obschon die Temperaturen im Oktober auch in Friaul bereits herbstlich kühl sind laden einsame, teilweise sehr schmale Bergstraßen zu sportlichen Fahrten mit dem Rennrad ein. Das es vereinzelt aber auch für jeden Verkehr unpassierbare, baustellenbedingte Straßensperren gibt darf dann allerdings nicht stören.

Gefahrene Strecken:
Eine ausgewogene Mischung aus leichten Bergetappen und schnellen, ziemlich flachen Runden waren die charakteristischen Merkmale dieser Rennradtage. Ausführlichere Details dazu gibt es weiter unten.

Teilnehmer: Anna, Brigitte, Albert G., Ossi E. Peter So., Ossi Helm

Irgendwo auf einsamer Landstraße
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Rund um den Monte Cristallo (13. Oktober 2021)

Bei ziemlich unterkühlten + 2° C bestiegen wir bei der Anreise nach Travesio, einem kleinen Ort nordwestlich von Udine, in Schluderbach unsere Räder um den Monte Cristallo zu umrunden. Der unscheinbare Pass „Im Gemärk“ (Passo di Cimabanche, ca. 1530 m) war rasch erreicht, vor uns lag die Abfahrt nach Cortina d‘ Ampezzo (ca 1.200 m). Der malerische Anblick der frisch verschneiten Gipfel der Tofana-Gruppe und der strahlende Sonnenschein ließ dann die Kälte doch rasch vergessen. Nachdem wir Cortina hinter uns gelassen haben wurde es nicht nur tageszeitlich sondern auch wegen der Auffahrt zum Passo Tre Croci (ca. 1.805 m) endlich richtig warm. Nichts wurde aus dem erhoffen Kaffee, das Restaurant am Pass hatte geschlossen! Nach einer kurzen Abfahrt und einer folgenden, noch kürzeren Auffahrt nach Misurina ging es dann hinunter nach Schluderbach, unserem Ausgangsort.

Strecke ca. 38 km, Höhenunterschied ca. 950 m.

Runde Maggio Udinese (14. Oktober 2021)

Um es gleich vorweg zu nehmen, diese Runde endete im Stadium des Versuchs. Ursache war eine Baustelle die eine Totalsperre der SP 112 an der Auffahrt zum Sella di Cereschiatis. Da diese Straße sowohl für den Regionalverkehr als auch für den Durchzugsverkehr ziemlich bedeutungslos ist gab es für diese Baustelle keine Vorankündigungen; wir standen einfach vor vollendeten Tatsachen. Der einzige Ausweg war dann nur die Rückfahrt nach Maggio Udinese. Um dem Tag doch noch Sinn zu verleihen fuhren wir von Maggio Udinese auf dem Radweg nach Chiusaforte. Allerdings hat auch dieser Radweg seine Tücken, führt er doch auf einer aufgelassenen Bahntrasse durch zahlreiche, teilweise ziemlich schlecht beleuchtete Tunnels. Wirklich große Freude kam da bei einzelnen Gruppenmitgliedern nicht auf. Geplant war folgende Runde: Von Maggio Udinese auf der SP 112 durch das Val Aupa zum Sella di Cereschatis. Von dort weiter auf der SP 112 nach Pontebba und entlang der Fella über Chiusaforte nach Maggio Udinese.

Strecke ca. 48 km, Höhenunterschied ca. 830 m.

Passo di Monte Rest (15. Oktober 2021)

Ossi H. kämpfte mit irgend einem Verdauungsproblem und Anna wollte einen Rasttag einlegen. So wurde kurzerhand beschlossen den „Monte Rest“ als verkürzte Tour in Angriff zu nehmen (wie sich im Nachhinein herausgestellt hat wäre das aber gar nicht notwendig gewesen) sodass wirklich nur die Bergetappe gefahren wurde. Während Brigitte, Albert, Peter und Ossi E. die Straße, die sich in sehr moderater Steigung dem Pass entgegenschlängelt ohne große Mühen bewältigten hechelte Ossi H., mit seinem Magen kämpfend, hinten nach. Peter und Albert, die ihm knapp unter dem Pass schon wieder entgegen gekommen sind eskortierten ihn bis zum höchsten Punkt – ihnen sei dafür sehr herzlich gedankt.

Ursprünglich war die Tour mit ca. 70 km und einem Höhenunterschied von ca. 1.300 m geplant.

Runde Travesio (16. Oktober 2021)

Ossis Magen spielte immer noch verrückt! So wurde eine neue, schonende, wie sich später herausstellte ungewöhnlich schöne Runde mit Start und Ziel in Travesio geplant. Entlang der gestern mit dem Auto zurückgelegten Anfahrt zum Monte Rest ging es zunächst auf der SS 552 in Richtung nach Meduno und weiter entlang des Lago di Tramonti bis zur Abzweigung Tramonti di Sotto bis zur Abzweigung der SP 57. Durch ein einsames Tal, unterbrochen wurde die Einsamkeit nur durch ein paar völlig verschlafene kleine Dörfchen, erreichten wir einen kleinen, namenlose Pass. Die folgende Abfahrt führte uns über Clauzetto und Castelnovo del Friuli zurück an den Start in Travesio.

Strecke: ca. 41 km, Höhenunterschied, ca. 635 m.

Pleiten Pech und Pannen vor den Toren Udines (17. Oktober 2021)

Anna und Ossi E. haben sich entschlossen den letzten Tag für eine gemütliche Heimreise zu nutzen. Brigitte, Albert, Peter und Ossi H. (immer noch mit Magenproblemen) entschlossen sich noch eine sportliche schnelle aber flache Runde einzulegen. Peter plante …… aber erstens kommt es anders als man zweitens meistens denkt! Als Start wurde Tricesimo, etwa 10 km nördlich von Udine ausgewählt. Mit nur geringen Höhenunterschieden sollte eine rasche Vormittagstour – es stand ja noch die Heimreise bevor – gefahren werden. Bereits wenige km hinter dem Start hatte Ossi, der als schließender gefahren ist eine kleine Panne. Die war zwar rasch behoben den Anschluss hat er jedoch trotzdem verloren. Als richtig kraftvoll und fest in die Pedale treten war die Devise und so stand er nach kurzer Zeit an der Stadteinfahrt nach Udine während die Freunde mittlerweile irgendwo „in der Pampa“ auf ihn gewartet und gewartet und gewartet haben. Handy sei Dank fand man sich dann doch wieder und die Runde konnte mit einigen Änderungen in der Streckenführung gefahren werden.

Was ich noch zu sagen hätte
(diese Überschrift ist geklaut! Sie stammt aus dem Lied „Gute Nacht Freunde“ von Reinhard Mey)

Als Unterkunft haben wir uns für das Agriturismo Alle Genziane, etwas außerhalb des Ortes Travesio, entschieden. Grundsätzlich keine schlechte Wahl, das Essen war gut, die Wirtin sehr freundlich, die Lage – ja genau – das war das Problem. Die Lokalität liegt für Rennradtouren in Friaul einfach weit im Abseits. Eine zentral gelegene Herberge etwa im Großraum Tolmezzo, wäre da sicher vorzuziehen.